Diskussion

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12 Antworten zu Diskussion

  1. Georg Wittiber schreibt:

    Die Stellungnahme (16 Seiten) der Monitoring-Stelle vom 31.März 2011 des Deutschen Instituts für Menschenrechte -s. hierzu PDF-Datei http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/de/monitoring-stelle/stellungnahmen.html – sollte zur Pflichtlektüre im Kultusministerium und dem staatlichen Schulamt in Frankfurt am Main werden.

    Auf Seite 3 wird dort zur Bestandsaufnahme inklusiver Bildungssysteme u.a. auf bestehende Strukturen integrativer Bildung in Frankfurt am Main hingewiesen. Es ist anzunehmen, dass dem Verfasser hier die ERS II (ggf. in Kooperation mit der Römerstadtschule als Grundschule) als konkreter Fall bekannt geworden ist.

    Im Anhang wird auf die Forderung nach einen inklusiven Schulgesetz Bezug genommen. Ein Gesetz, das eben nicht „Inklusion light“; sondern eine umfassende Inklusion und damit Integration mit allen Konsequenzen und zu schaffenden Rahmenbedingungen vorsieht. Dies geschieht sicher nicht dadurch, dass beispielhafte funktionierende System beschnitten werden; sondern „das Kultusministerium sollte die Anpassung des Systems durch die Vermittlung guter Praxisbeispiele befördern“(so unter Punkt 4 –Anpassungsfähigkeit-).

    Da die Gesetzgebung auf dem Gebiet des Schulwesens Ländersache ist, wird ein solches Schulgesetz mit bundeseinheitlicher Zielsetzung und den Durchführungsbestimmungen in naher Zukunft wohl nicht Realität werden. Es ist umso wichtiger, die Entscheidungsträger zu ermahnen, dass das gegebene Bekenntnis zur UN-Resolution auch im Sinne der Inklusion nach dem Verständnis der UN-Behindertenrechtskonvention zum Gemeinsamen Lernen von behinderten und nicht behinderten Kindern umgesetzt wird.

    Die aktuell getroffene Entscheidung des staatlichen Schulamts, an der ERS II Stunden für Förderschullehrer und damit Lehrerstellen zu kürzen, der Ressourcenvorbehalt des Kultusministeriums und der Wille zur Beibehaltung der Förderschulen machen aber deutlich, dass man eigentlich an der bestehenden Separation behinderter Kinder weitgehend festhalten möchte. Eigentlich werden in der politischen und tatsächlichen Umsetzung der UN-Resolution nur zum Anschein halbherzige Veränderungen in Richtung Inklusion beschritten, die -was die Einschränkungen funktionierender, beispielhafter Strukturen in der ERS II anbetrifft- sogar destruktiv sind.

    Wenn aber das Kultusministerium und das staatliche Schulamt Ihrem Bekenntnis zur UN-Resolution Ausdruck verleihen wollen, dass sie sich wahrhaftig auf den Weg zur Inklusion im Sinne der UN-Resolution begeben haben, so müssen diese ihre Entscheidungen zur Stellenkürzung an der ERS II umgehend zurücknehmen.

    Weil der ganzen Schulgemeinde, Lehrern, Schülern und Eltern der ERS II integrativer Gemeinsamer Unterricht aus Erfahrung wichtig ist und ihr das verlässliche Recht auf Bildung für behinderte und nicht behinderte Kinder ohne Ausgrenzung bedingungslos am Herzen liegt, ist es notwendig, dass die Förderschulstunden /Lehrerstellen an der Schule verbleiben. Die ERS II will weiterhin ein Beispiel umfassender, gelungener Integration bleiben und aus dieser Position künftige Schulen beim Weg zur Inklusion im Sinne der UN-Resolution fördern und begleiten.

  2. Barbara Franke-Dzialowski schreibt:

    Ich denke, wir sollten uns nicht darauf beschränken, den Abbau zu verhindern. Was wir eigentlich brauchen sind mehr GU-Stunden um Inklusion entsprechend der geltenen Rechte menschengerecht zu gestalten. Vielleicht wäre das (auch) eine Perspektive für die nächsten Aktionen?

  3. Georg Wittiber schreibt:

    Zu dem Antwortschreiben (an den Schulelternbeirat) von Herrn Kilian habe ich folgendes anzumerken:

    Die aus dem letzten Absatz herauszulesbare Ansicht des staatlichen Schulamts, die ERS II und deren Eltern gäben vom Gemeinsamen Unterricht nichts an andere Schulen ab und würden sich zu Unrecht in ihren guten Bedingungen rücksichtslos wohlfühlen ohne an diese Schulen und Eltern zu denken, ist auf das Schärfste zurückzuweisen! Gerade ihr soziales Engagement, was ihnen gemeinsamer Unterricht bedeutet und wie wichtig er ihnen ist haben Schüler, Lehrer und Eltern der ERS II in vielen Streik-/Demo-Aktionen am 24.03.2011 diszipliniert bewiesen. Für alle Mitglieder der Schulgemeinschaft ist Gemeinsamer Unterricht (das, was nach UN-Resolution als „Inklusion“ bezeichnet wird) nicht nur eine Phrase sondern ein ernsthaftes wichtiges Anliegen und tägliche Praxis.

    Der UN-Resolution zur Inklusion wird man nicht dadurch gerecht, dass erfolgreicher gemeinsamer Unterricht zugunsten anderer Schulen gekürzt wird; nein, am Beispiel erfolgreicher Inklusion wie in der ERS II sind vielmehr ausgrenzende Förderschulplätze zu reduzieren. Schüler mit Förderbedarf müssen soweit irgend möglich an allen Schulen am gemeinsamen Leben und Lernen teilhaben können und dies muss durch freigewordene Stellen an den Förderschulen und ausreichende Lehrerzuweisungen ohne die Zerschlagung erfolgreicher Strukturen geschehen. Erfolgreiche Strukturen wie im gemeinsamen Unterricht an der ERS II müssen auf dem Weg zur Inklusion in Hessen ein Beispiel sein und ganz sicher wird sich die ERS II in all ihren Teilen, Lehrern, Schülern, Eltern etc. nicht verschließen, andere Schulen im Aufbau einer gelungenen Inklusion mit ihren Erfahrungen tatkräftig zu unterstützen – dies kann aber nicht einfach durch Kürzung und Umverteilung von Lehrerstellen geschehen.

    Staatliches Schulamt und Hessische Landespolitik geben mit der bisherigen Entscheidung nur den Anschein, sie hätten auf die UN-Resolution reagiert – in Wirklichkeit werden bestehende Strukturen und die Ausgrenzung von Schülern mit Behinderung nicht ernsthaft und merklich im Sinne der UN-Resolution verändert.

    Georg Wittiber
    den 25.03.2011

    • Knut Dörfel, Schulleiter schreibt:

      Vielen Dank für diese klaren Worte. Ich teile sie aus vollstem Herzen.
      Grüße
      Knut Dorfel

  4. Anja Bachmann schreibt:

    P.S. Weiss jemand, wie die Menschenketten-Aktion im NWZ gelaufen ist?

    • cato schreibt:

      Mir wurde berichtet, dass auch die Aktion im NW-Zentrum erfolgreich und ein schönes Erlebnis für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer war! Einzelheiten werden schon noch folgen…

  5. Anja Bachmann schreibt:

    Donnerstag, 24. März 2011
    Die Protest-Aktionen am SSA und am Römer wurden von den Schülern super diszipliniert durchgeführt.
    Ich bin mächtig stolz auf die Kinder und auf alle mitwirkenden Mitglieder der ERSII,
    dass alles so gut gelaufen ist.
    Danke – und weiter so!!

  6. Rainer Schell schreibt:

    Ich benutze jetzt einfach mal den Blog als zusätzliches Kommunikationsinstrument und hoffe, das Ganze wird wahrgenommen (sollten wir lernen!)
    Wenn ich die Zahl der Mails, Anfragen und Nachrichten auf meinem Mailserver betrachte, glaube ich, dass unsere Aktion funktionieren wird.
    Heute ist die erste Presserklärung rausgegangen, die mit den Aktionsvorschlägen, morgen wollen wir die zweite auf der DV/PV in der zweiten großen Pause als Erklärung
    verabschieden und losschicken.
    Das Aktionskommittee möchte für 13.30 ins V-Bau-Lehrerzimmer einladen, Frau W. hatte nachgefragt und ich habe dann erst festgestellt, dass wir noch gar keinen neuen Termin hatten. Um 14.30 können die Förderplankonferenzen genutzt werden, um noch etwa nötige Klärungen in den Jahrgängen vorzunehmen.
    Dass wir nicht allein sind, kann man am Brief des SEB der IGS Nordend an Frau Henzler und Herrn Kilian sehen, ebenso an der Solidaritätserklärung der CeBeef-Geschäftsführerin, Frau Eickmann.
    Und , last but not least, das Wetter wird super am Do, Petrus hat sich auch auf die richtige Seite gestellt! In diesem Sinne LG Rainer

    • Martin Kirchner schreibt:

      ich frage mich bloß, wie man die „Masse“ Wahlvolk am kommenden Sonntag in unserem Sinne wachrütteln kann. Deren latente Lethargie macht mir ernsthaft Sorge.

      Gruß aus FfM Nordend
      Martin

      • cato schreibt:

        Ich bin da nicht so pessimistisch, die Stimmung ist meines Erachtens gar nicht so schlecht, die Glaubwürdigkeit der Politikerinnen und Politiker hat ganz schön gelitten. Dass SPD und Grüne mit ihrem argumentativen Geeiere, eine „sanfte Schuldenbremse in Hessen“ wäre ein Vorteil gegeüber der Schuldenbremse im Grundgesetz, eine Riesenchance verpasst haben, den schwarz-gelben Schuldenmachern und Heuchlern einen heftigen Schlag zu versetzen, ist ärgerlich. Da werden sie sogar an ihrer eigenen Basis noch lange Probleme haben.

        Also: Kopf hoch, mit Nein! stimmen und auf die Plattform
        www. Handlungsfaehiges-Hessen.de
        gehen, da kann man dann gleich den Aufruf zum Nein! online unterschreiben und sehen, wie viele Initiativen und Menschen aktiv gegen die Schuldenbremse unterwegs sind.
        Gut dass es die Gewerkschaften gibt!
        Grüße
        Cato

  7. Anja Bachmann schreibt:

    Dem steigenden Bedarf an GU-Plätzen darf nicht mit Kürzungen im GU begegnet werden.

  8. P.M. schreibt:

    Montag, 21.03.2011
    Heute müssen wir damit beginnen, mit den anderen betroffenen Schulen Kontakt aufzunehmen und über gemeinsame Perspektiven zu diskutieren…

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